Octocopter Drohne mit Kamera & hoher Tragkraft: Bausatz & RTF

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Hinter der griechischen Bezeichnung Octo verbirgt sich die Zahl acht. Sie bezeichnet bei einer Drohne die Anzahl der Motoren und Propeller. Interessant ist, dass eine sogenannte Octocopter Drohne zu den größten, privatgenutzten Drohnen gehört. Ein besonderes Merkmal sind nicht nur die vielen Rotoren, sondern auch die hohe Tragkraft. Wir möchten dir hier diese speziellen Fluggeräte etwas näher vorstellen, wobei du auch erfährst, wie du eine solche Drohne selber bauen kannst.

Was Du in diesem Artikel erfährst?

  • Wie ein Octocopter aufgebaut ist
  • Die Vor- und Nachteile eines Octocopters
  • Wie du einen Octocopter selber bauen kannst
  • Die Unterschiede zum Quadrocopter
Zuletzt aktualisiert am 26. Januar 2022 um 7:20 . Wir weisen darauf hin, dass sich hier angezeigte Preise inzwischen geändert haben können. Alle Angaben ohne Gewähr.
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Bauweise einer Octocopter Drohne

Die meisten herkömmlichen Drohnen sind mit vier Rotoren ausgestattet. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um Überwachungsdrohnen, Hobbydrohnen mit hochauflösender Kamera oder gar um Renndrohnen handelt. Eine Drohne mit 8 Rotoren wird dagegen als Octocopter bezeichnet. Leider gibt es nur sehr wenige Hersteller, die diese großen Drohnen als RTF anbieten. Am häufigsten werden diese Fluggeräte als Bausatz angeboten.

Bei der Bauweise kommt es immer auf den Octocopter Rahmen an. Hier findest du zum Beispiel die X-Form, wobei an jeder Strebe zwei Rotoren links und rechts montiert sind. Darüber hinaus gibt es noch die Sternform, wobei hier ein Ausleger nach vorne in Flugrichtung gerichtet ist. Nicht unerwähnt bleiben soll auch die X8-Form. Hier werden nur vier Ausleger benötigt, wobei zwei Rotoren am Ende unten und oben angebracht sind. Darüber hinaus gibt es quasi noch die V-Form. Hierbei sind je vier Rotoren links und rechts der Längsachse als V-Form angeordnet.

Natürlich benötigt ein Octocopter eine besondere Steuerungstechnik, da hier 8 Rotoren gleichzeitig angesprochen werden müssen. Lagesensoren vereinfachen das Fliegen dieser Drohne. Neben einem Kreisel, der die Änderung der jeweiligen Drehbewegung erkennt, gibt es noch den Beschleunigungssensor für die Geschwindigkeit. Weitere Sensoren sorgen dafür, dass deine Octocopter Drohne wieder in die horizontale Lage gebracht wird.

Für eine optimale Höhenmessung ist ein Mikrobarometer installiert, welches durch die feinsten Druckunterschiede die Flughöhe feststellen kann. Ein Magnetometer wird benötigt, damit die Abweichung vom Norden erkannt werden kann. Dieser dient dann als elektronischer Kompass. Natürlich darf auch ein GPS zum Navigieren nicht vergessen werden. Ebenfalls können auch Sonarsensoren auf der Unterseite des Octocopters verbaut sein. Mit einer Ultraschall-Messung lassen sich Entfernungen zum betreffenden Objekt feststellen. Ebenso wird somit auch eine automatische Landung realisiert. Die meisten Sensoren befinden sich auf Onboard-Chips, die auf der Steuerplatine sitzen.

Octocopter Drohne

Octocopter Vorteile

Ein Octocoper ist recht groß und zeichnet sich durch seine ruhigen Flugeigenschaften aus. Ich habe dir die wichtigsten Vorteile hier einmal kurz aufgelistet:

  • sehr ruhiges Flugverhalten
  • dank der vielen Rotoren wird eine hohe Tragfähigkeit erreicht
  • am großen Rahmen lassen sich auch große Kameras oder gar Pakete befestigen
  • trotz Ausfall eines Rotors kann der Octocopter weiterfliegen

Octocopter Nachteile

Für Einsteiger sind Octocopter weniger geeignet. Mit etwas Übung sind aber auch diese Fluggeräte zu meistern. Die wesentlichen Nachteile habe ich hier aufgelistet:

  • viele Motoren bzw. Rotoren verbrauchen mehr Strom
  • gibt es kaum als RTF-Modell
  • teurer als herkömmliche Quadrocopter

Octocopter selber bauen: Was wird benötigt?

Wie zuvor erwähnt, gibt es kaum RTF-Modelle, sodass du meist deine Octocopter selbst zusammenbauen musst. Herzstück ist in jedem Fall der Octocopter-Frame*. Der Rahmen sollte eine der o. g. Bauformen entsprechen, also X-förmig, sternförmig oder V-förmig. Ambitionierte Bastler konstruieren daher den Rahmen zunächst auf Papier selbst und übertragen die Skizze dann auf dünnen Carbonplatten. Es gibt einige kleine Modellbaufirmen, welche auf Wunsch diese selbstkonstruierten Carbonplatten zuschneiden bzw. fräsen. Bei der Konstruktion solltest du darauf achten, dass die Platten wenig Eigengewicht besitzen und dennoch überaus formstabil bleiben. Beachte, dass du zwei Octocopter Rahmen, einen für die Oberseite und einen für die Unterseite benötigst.

Im Internet kannst du nun von diversen Drohnenherstellern die Auslegerarme für die Rotoren bestellen. Denke daran, dass du hier 8 Ausleger benötigst. Diese werden nun am Frame fixiert. Für die Ausleger kannst du Kunststoff-, Aluminium- oder Carbonarme verwenden. Zum Festschrauben werden kleine Schräubchen mit Unterlegscheibe empfohlen. Zwischen den beiden Frames befinden sich nicht nur die Auslegerarme als Abstandhalter, sondern du benötigst noch in der Mitte einen Abstandhalter. Dieser ist jedoch als Platinenhalterung für die Stromversorgung ausgeführt. Darauf kannst du noch weitere Sensoren montieren. Ebenfalls zwischen die beiden Rahmen gehört noch die Empfängerantenne*.

Befestige nun herkömmliche Drohnenmotoren* an den Auslegerarmen und verbinde diese mit den entsprechenden Reglern. Beachte jedoch, dass jeder Rotor in einer bestimmten Richtung sich drehen muss. Bei der V-Form haben die beiden oberen Ausleger je einen Motor, der sich nach links und nach rechts dreht. Dem Flight-Controller* kommt hierbei eine große Bedeutung zu. Er muss für Octocopter ausgelegt sein und somit 8 Rotoren beherrschen.

drohne mit 8 propellern

Nun werden die Stromanschlüsse aller 8 Rotoren auf der mittleren Platine verlötet. Hier sind in der Mitte noch zwei Lötstellen vorhanden, an denen sich der Stecker für den späteren Lithium-Polymer-Akku auflöten lässt. Unterhalb dieser Stromversorgungsplatine* wird der Flight-Controller montiert. Je nach Hersteller wird dieses Bauteil auch als Naza bezeichnet. Hier werden alle Stecker der Rotorenregler eingesteckt.

Außerhalb der mittig liegenden Platine wird der Empfänger aufgeschraubt. Es lassen sich noch weitere Bauteile für die Telemetriedaten* montieren. Je nach Umfang der Installation können diese Daten später auch an die Fernsteuerung gesandt werden. Wichtig ist, dass der Empfänger mit der Antenne verbunden wird. Vergiss nicht, auch die GPS-Antenne mit Modul* zu installieren. Hierzu gibt es noch ein praktisches Platinenmodul mit Namen flytrex. Damit kannst du sämtliche GPS-Daten während des Fluges protokollieren und später auf dem PC auswerten.

Unterhalb des unteren Frames kannst du noch diverse Halterungen anbringen. Diese soll zum Beispiel eine Kamera tragen oder gar eine andere Last, wie zum Beispiel ein kleines Paket. Schließlich sind Octocopter ideal zum Transportieren von Lasten ausgelegt. Wenn du schrittweise dir einen Octocopter bauen möchtest, findest du zum Beispiel auch auf Youtube zahlreiche Videos mit Bauanleitungen.

Das Video wird von Youtube eingebettet. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google.

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Häufige Fragen & Antworten

Was ist der Unterschied zwischen Octocopter vs Quadcopter?

Ein Octocopter besitzt in erster Linie 8 Rotoren, während verständlicherweise ein Quadcopter* nur 4 Rotoren besitzt. Insgesamt fliegt ein Octocopter auch wesentlich ruhiger. Andererseits sind die Drohnen größer und schwerer. Sie erreichen dann auch schneller ein Startgewicht von 5 kg. Als Renndrohne sind Octocopter eher nicht geeignet. Beachte auch, dass Octocopter mehr Strom verbrauchen als herkömmliche Quadrocopter.

Unterschiede in der Steuerung – Octocopter Coaxial vs Radial

Eine koaxiale Motoranordnung bietet den Vorteil einer kompakten Drohnengröße. Hier kannst du größere Propeller einsetzen, die eine gute Windstabilität aufweisen. Koaxiale Motoren bieten eine gute Redundanz und machen einen leichten Frameaufbau möglich. Leider fallen hier schneller die Rotoren aus, wenn die Drohne gegen ein Hindernis fliegt. Bei einer radialen Motoranordnung kann ein Rotor ausfallen, ohne dass die Drohne dabei abstürzt. Koaxialantriebe haben eine höhere Effizienz und weisen eine geringe Bauhöhe auf. Dennoch sind die damit angetriebenen Rotoren insgesamt windanfälliger.

Fazit zur Octocopter Drohne

Ein Octocopter bietet sich an, wenn du eine recht große Drohne selber bauen möchtest, die später eine schwerere Kamera oder gar eine andere Last transportieren soll. Da es kaum RTF-Modelle gibt, musst du meist auf Bausätze oder auf den Eigenbau zurückgreifen. Beachte, dass ein Octocopter im Vergleich zu einem Quadrocopter deutlich größer ist und nicht unbedingt die erste Wahl für Einsteiger sein sollte. Dennoch können diese Drohnen mit einem sehr ruhigen Flugverhalten überzeugen. Vielleicht möchtest du nun deinen Octocopter selber bauen.